Alpiner Basiskurs auf der Blaueishütte

Sektionskurs Pfingsten 2009

Vom29.05 bis 01.06. habe ich auf der Blaueishütte für die Sektion Kaiserslautern einen alpinen Basiskurs veranstaltet.
Geplant waren folgende Themen :
Gehen im weglosen Gelände, Begehen von Schneefeldern, Abrutschübungen mit und ohne Pickel, Durchführen einer leichten Hochtour, gleichzeitigtes Gehen am Seil usw.

Leider war das Wetter ziemlich mies !
Pünktlich beim Abmarsch am Parkplatz fing's an zu regnen. Unterhalb der Schärtenalm gab's ein Gewitter ...
und bald darauf fing's an zu schneien !

Die
Teilnehmer

Am ersten Morgen, dem Pfingstsamstag, war die Landschaft winterlich : Nebel, Schneeregen, kalt und windig !
Wir gingen natürlich trotzdem ins Gelände.
Zunächst Gehen im weglosen Gelände unter erschwerten (Schnee-)Bedingungen.

Anschließend machten wir uns auf in Richtung Blaueis.
Der kleine Gletscher war noch tief verschneit.
Gute Skibedingungen !

Hier lernten die Teilnehmer wie man sich verhält, wenn man auf einem Schneefeld ins Rutschen kommt :

Hier ein kleines Video (4,2 MB) wie sich Martin abfängt.

Liegestützposition, Hände und Zehen in den Schnee !


Macht man's richtig, kommt man erstaunlich schnell zum Stehen.

Auch das Gehen am Fixseil, gesichert mit Prusik oder Ti-Bloc wurde geübt.


Zum Schluß noch eine Demonstration warum beim gleichzeitigen Gehen am Seil, das Seil zwischen den Partner nicht lang sein darf.

Fällt der hinten Gehende plötzlich, erreicht er sehr schnell eine hohe Geschwindigkeit.
Spannt sich dann das Seil, wird der Vordere mitgerissen.
Das gibt die berüchtigten "Mitreißunfälle".

Ist das Seil sehr kurz, ist die Chance, dass der Vordermann de Sturz hält deutlich grösser !

Irgendwann marschierten wir müde und nass zur Hütte zurück.
Während draußen der Schnee in Regen überging, genossen wir in der gemütlichen Hütte die Gastfreundschaft und das gute Essen der Familie Hang.

Am nächsten Morgen, beim Blick aus dem Fenster, trauten wir unseren Augen nicht : Blauer Himmel, Sonnenschein.
Aber auch viel, viel Neuschneee !

Geplant war der Normalweg auf den Hochkalter, normalerweise eine beliebte, einfache Tour.

Das Frühstück war wieder sehr reichhaltig !

Die kurze, leichte Kletterei über die gutgriffigen Platten
war für niemanden ein Problem !

Mit den anderen Dreien bin ich dann weiter gegangen.
Zum Glück war vor uns schon eine Seilschaft gegangen. Das erleichterte mir die Wegfindung und ersparte mir das Spuren im teilweise tiefen Schnee !

Aber der Blick auf den Weiterweg durch die NW-Flanke zeigte, dass es nun "ernst" wurde.
Es lagen ca. 15 Neuschnee, weiter oben offensichtlich mehr : Winterliche Verhältnisse !
Damit wurde die leichte Tour zu einer "richtigen" Hochtour.
"Sauberes, sicheres Gehen" war hier gefragt. Wer hier ins Rutschen kommt, hat wirklich ein Problem !
Zwei Teilnehmer zogen es angesichts der Verhältnisse vor wieder abzusteigen.

Das Gehen über den Grat war bei dem tiefen Schnee nicht nur mühsam, sondern stellenweise auch heikel.
Das letzte Stück zum Kleinalter hinauf gab's noch die eine oder andere leichte, aber exponierte Kletterstelle.
Da blieb dann ein weiterer Teilnehmer zurück.
Zu Dritt ging's dann vorsichtig auf den Gipfel.
Auch unsere "Vorgänger" waren hier umgekehrt, der Weiterweg sah bei diesen Bedingungen lang und unangenehm aus.
Auch um unseren wartenden 4. Mann nicht allzu lange sitzen zu lassen, kletterten wir wieder zurück.

Der Abstieg war bei diesen Bedinungen stellenweise nochmal ein bischen "spannender" !

Langsam zogen auch Wolken auf und wir waren froh, als wir nach ca. einer Stunde Abstieg wieder am "schönen Fleck" ankamen.
Beim Abstieg durch die Rinne hinunter zur Hütte, konnten wir nochmal das Abfahren im Schnee üben.

Der nächste Morgen, der Pfingsmontag, empfing uns grau in grau.
Der Gipfel der Schärtenspitze, unserem Tagesziel war, anders als am Abend vorher, nicht zu sehen.
Trotzdem machten wir uns auf den Weg.
Neben einigen Klettereien in verschiedenen Schwierigkeitsgraden, führt ein versicherter Steig auf den Gipfel.
D.h. exponierte Stellen sind mit einem Drahtseil gesichert.

Von der Hütte waren wir in kurze Zeit am "Einstieg".

Nach ca. 1,5h kamen wir auf dem Gipfel an.
Die "Aussicht" betrug leider nur wenige Meter !

Beim Abstieg wurde das Wetter dann richtig schlecht und wir erreichten die Hütte bei strömendem Regen.
Dort fand noch die obligatorischen Abschlußbesprechung statt und dann ging's talwärts.
Und wie zum Hohn wurde das Wetter beim Abstieg immer besser. Und die Heimfahrt fand dann beim schönsten Sonnenschein statt !

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